MAN KAT 1

Hersteller: MAN

Modell: KAT 1 5T GLW

Baujahr: 1978

Sitzplätze: 3

Gesamtgewicht: 14,3 t

Kilometerstand: 7700Km

Hubraum:  12763ccm

Leistung: 188 Kw / 256 Ps

Verbrauch auf 100km: Noch nicht ermittelt

Führerscheinklasse: C

Höchstgeschwindigkeit: 90 km/h

Kraftstoff: Diesel

Jährliche Reparaturkosten: Bisher Ventildeckeldichtungen ca 150€ und Staubmanschetten ca 130€

Versicherung: ca. 300 €  jährlich

Kfz-Steuer: 191 € jährlich

Entstehung MAN KAT 1

Die Deutsche Bundeswehr hat den MAN KAT 1 in den 60ern, als Sonderentwicklung hergestellt, da sie ihren Fuhrpark nach eigenen Anforderungen erneuern wollte.

Die Voraussetzungen an das zukünftige Fahrzeug waren sehr hoch: Es sollten zwei-, drei- und vierachsige LKW entstehen, die nicht nur fahren, sondern auch schwimmfähig sein sollten. Es möge ein Höchstmaß an Geländegängigkeit gegeben sein, und einen permanenten Allradantrieb bieten. Zudem brauchte es ein Vielstoffmotor und Niederdruckreifen, die für die Notlauffähigkeit verbaut werden sollten.

So sollte sichergestellt werden, dass die Besatzung jederzeit im Einsatz mobil bleiben kann.

 

Um den Überblick über all die technischen Neuentwicklungen zu behalten, wurde ein Gemeinschaftsbüro mit MAN, Deutz, Büssing, Krupp, Henschel und noch weiteren Herstellern mit Spezialisierung auf Nutzfahrzeuge und Lastkraftwagen für dieses Projekt gebildet. 


Anforderungen und Umsetzung

Aufgrund der zu hohen Beschaffungskosten wurde aus der Schwimmfähigkeit eine Watttiefe von 1,20m. Die Niederdruckreifen entfielen und aus dem Vielstoffmotor wurde ein Diesel, der extrem beständig gegen Beimischungen aller Art ist. Zudem wurde die Nutzlast für die Zweiachser auf 5T gesteigert.

 

Trotz dieser Streichungen ist der MAN KAT 1 ein beeindruckendes Fahrzeug geworden! In seinem Einsatzbereich stellt es die Mitbewerber in den Schatten.


MAN KAT 1 – Technischer Aufbau

Alle MAN KAT´s sind im Baukastensystem aufgebaut. So bestehen alle Fahrzeuge aus einem extrem verwindungssteifen Leiterrahmen mit geschlossenen Kasten-Längsträgern und damit verschweißten Rohr-Querträgern, ausgestattet mit hochbeweglichen, an Lenkern geführten Achsen, die über Schraubenfedern mit dem Rahmen verbunden sind, nicht wie bei LKW´s üblich, über Blattfedern mit dem Rahmen verbunden sind.

 

Der Motor sitzt im Frontlenkerfahrerhaus, das durch eine Zwischenwand in Fahrer- und Motorraum geteilt wird. Als Besonderheit ist der Motor hinter dem Fahrerraum eingebaut und nicht wie bei anderen Frontlenkern darunter. Dadurch konnte eine Höhe über Führerhaus von knapp 2,9 m realisiert werden, was die Verladung auf Standard-Eisenbahnwagen ermöglicht. Um das Lademaß der Eisenbahn einzuhalten, wurden die oberen Seitenkanten des Fahrerhauses charakteristisch abgeschrägt. Da die Fahrzeuge der ersten Baureihe noch auf den schwimmfähigen Prototypen basieren, ist deren Fahrerhaus nicht für Wartungszwecke kippbar.

Die Achsen stammen aus dem Hause von Mercedes, was vielleicht erklärt, warum er sich die Ausnahmeposition mit den Schraubenfedern mit dem ebenfalls hoch geländegängigen Mercedes Unimog teilt. Der Unimog spiegelt dabei jedoch eher eine kompaktere Fahrzeugklasse wieder.


Wandlerschaltgetriebe

Um im Gelände einen permanenten Kraftschluss ohne Zugkraftunterbrechung bekommen wurde, eine Wandlerschaltkupplung verbaut. Das ist eine Getriebeform, die den Drehmomentwandler vom Automatikgetriebe mit manuell zu schaltenden Gängen kombiniert,

Durch den Wandlerbetrieb entsteht bei langsamer Fahrt eine Drehmomenterhöhung. So gibt der MAN KAT in jeder Fahrsituation genug Leistung auf den Boden.

Wenn der Wandler bei höheren Geschwindigkeiten, nicht mehr wirtschaftlich arbeitet und der Drehmoment nicht mehr verstärkt wird, erfolgt die Überbrückung des Wandlers. Die Kraftübertragung findet dann nur noch über die mechanische Kupplung statt.

Da die Motorleistung durch den Drehmomentwandler zwischen den Gängen der Geschwindigkeiten angepasst wird, wirkt dieser wie ein stufenloses Getriebe und weniger Gänge und Schaltvorgänge werden nötig.

 

Eine Wandlerschaltkupplung ermöglicht das verschleißfreie Anfahren und zentimetergenaues Rangieren. Selbst unter schwierigsten Bedingungen. Wie bei einem Automatikgetriebe ist ein Abwürgen des Motors dabei nicht möglich.


Der MAN KAT 1 ist überraschend laufruhig und fühlt sich gar nicht so monströs an, wie er von außen wirkt.

In der Fahrerkabine ist eine verhältnismäßig niedrige Geräuschkulisse, was an der Positionierung des Motors liegt.

 

Die Höchstgeschwindigkeit der ersten Generation liegt bei 90 km/h. Bei der Weiterentwicklung der zweiten Generation (MAN KAT 1 A1) wurden aus den ursprünglichen 6 Gängen 16 Gänge mit Splitgetriebe, was die Höchstgeschwindigkeit auf (theoretisch) 130 km/h erhöht. Jedoch sollte eine wesentlich niedrigere Fahrgeschwindigkeit angepeilt werden. Der Spritverbrauch wird durch das neue Getriebe wesentlich reduziert.


Ersatzteilbesorgung

Eine der Hauptanforderungen bei der Entwicklung des KAT 1 lautete: Mindestens 10 Jahre Einsetzbarkeit, auch unter schwersten Bedingungen. Entsprechend beständig und robust sind die Komponenten dieses LKW ausgelegt.

 

Der MAN KAT 1 steht bis heute in militärischen Diensten. Leider ist der Preis für Ersatzteile ihrer Größe angemessen. Man muss dafür ziemlich tief in die Tasche greifen. Jedoch sind die Teile bei MAN verfügbar und besser zu beschaffen als von so manchem Exoten.


Der MAN KAT 1 ist ein absolutes Liebhaberstück und auf jeden Fall ein Blickfang. Für Jungs, die auf die ganz großen Spielzeuge stehen ein Traum und mit der unglaublichen Performance im Gelände ist Spiel, Spaß und Spannung garantiert. Sogar die Familie findet darin gut Platz. Seine Robustheit ist für ein Reisefahrzeug von großem Vorteil. Der Radstand von 4,50 macht das Fahrzeug jedoch nicht gerade handlich und wendig. Statt durch die Provinzen mit zauberhaften, kleinen Dörfern zu tingeln, eignet er sich besser für den Einsatz im Gelände mit wenig Bebauung. Ein Fahrzeug, das am liebsten „Expeditionsmobil“ im wörtlichen Sinne werden will.