Geiranger in Norwegen – Mein persönlicher Reisebericht aus dem berühmtesten Fjorddorf des Landes

Es gibt Orte, die sieht man auf Fotos und denkt sich: „Das kann doch niemals in Wirklichkeit genauso aussehen.“ Geiranger war für mich genau so ein Ort.

Bereits lange bevor ich das erste Mal nach Geiranger gefahren bin, kannte ich die Bilder vom berühmten Geirangerfjord. Steile Berge, tosende Wasserfälle, tiefblaues Wasser und kleine Höfe, die scheinbar an den Felswänden kleben. Doch wie so oft zeigt sich die wahre Schönheit eines Ortes erst dann, wenn man selbst dort steht.

Auf meiner Reise durch Norwegen durfte Geiranger natürlich nicht fehlen. Die Region gehört zu den bekanntesten Reisezielen des Landes und dennoch schafft sie es, Besucher immer wieder zu beeindrucken. Egal ob man mit dem Auto, Motorrad, Wohnmobil oder Dachzelt unterwegs ist – Geiranger ist einer dieser Orte, die man so schnell nicht vergisst.

Wenn du eine größere Skandinavien-Reise planst, findest du auf Riegeladventure übrigens auch meine Berichte über das Nordkap, meine komplette Skandinavien-Reise sowie viele weitere Reiseziele in Norwegen.

Wo liegt Geiranger eigentlich?

Geiranger liegt in der Region Sunnmøre in der Provinz Møre og Romsdal im Westen Norwegens. Das kleine Dorf befindet sich direkt am Ende des Geirangerfjords, einem rund 15 Kilometer langen Seitenarm des Storfjords.

Obwohl hier nur wenige hundert Menschen dauerhaft leben, zählt Geiranger zu den bekanntesten Reisezielen Norwegens. Besonders im Sommer reisen Besucher aus aller Welt an, um den berühmten Fjord mit eigenen Augen zu sehen.

Der Geirangerfjord gehört gemeinsam mit dem Nærøyfjord zum UNESCO-Weltnaturerbe und gilt als eines der eindrucksvollsten Fjordgebiete Europas.

Die Anreise nach Geiranger ist bereits ein Erlebnis

In Geiranger angekommen zu sein ist beeindruckend. Noch beeindruckender ist allerdings oft die Fahrt dorthin.

Norwegen hat viele schöne Straßen, doch die Region rund um Geiranger gehört für mich zu den spektakulärsten Abschnitten des Landes. Immer wieder öffnen sich Ausblicke auf Berge, Wasserfälle und tiefe Täler.

Besonders beeindruckend fand ich die berühmte Adlerstraße. Bereits auf den ersten Kilometern eröffnen sich immer wieder neue Ausblicke auf den Fjord. Wer mit dem Wohnmobil oder Dachzelt unterwegs ist, sollte genügend Zeit einplanen und nicht einfach durchfahren.

Gerade in Norwegen gilt oft: Der Weg ist genauso schön wie das eigentliche Ziel.

Falls du ebenfalls mit dem Camper unterwegs bist, findest du auf Riegeladventure auch meinen Beitrag über Vanlife in Norwegen sowie zahlreiche Tipps rund um das Reisen mit dem Dachzelt.

Der Geirangerfjord – Norwegens wohl berühmtester Fjord

Der Geirangerfjord ist der eigentliche Star der Region.

Mit seinen steilen Felswänden, den zahlreichen Wasserfällen und den verlassenen Berghöfen wirkt die Landschaft beinahe unwirklich. Besonders beeindruckend ist dabei die enorme Höhe der Berge, die sich direkt aus dem Fjord erheben.

Während man am Wasser steht und nach oben blickt, wird einem erst bewusst, wie gewaltig diese Landschaft tatsächlich ist.

Ich habe bereits viele Fjorde in Norwegen gesehen, doch Geiranger besitzt eine besondere Atmosphäre. Vielleicht liegt es an den Wasserfällen, vielleicht an den steilen Berghängen oder einfach an der Kombination aus allem zusammen.

Egal wie oft man hier anhält – man entdeckt immer wieder neue Perspektiven.

Flydalsjuvet – Der bekannteste Aussichtspunkt von Geiranger

Wenn du Bilder von Geiranger gesehen hast, stammen viele davon wahrscheinlich vom Flydalsjuvet.

Der Aussichtspunkt liegt nur wenige Minuten oberhalb des Ortes und bietet einen fantastischen Blick auf den Fjord, das Dorf und die umliegenden Berge.

Besonders morgens lohnt sich ein Besuch. Während die ersten Sonnenstrahlen die Berggipfel erreichen und der Fjord oft noch ruhig unter einem liegt, entsteht eine Stimmung, die man kaum in Worte fassen kann.

Für mich gehört Flydalsjuvet zu den schönsten Aussichtspunkten Norwegens.

Dalsnibba – Geiranger von ganz oben erleben

Ein weiteres Highlight ist der Geiranger Skywalk auf dem Dalsnibba.

Die Aussichtsplattform liegt auf rund 1.500 Metern Höhe und ermöglicht einen unglaublichen Blick auf die gesamte Region.

Von hier oben wird erst richtig deutlich, wie tief der Fjord zwischen den Bergen eingeschnitten ist. Das kleine Dorf Geiranger wirkt aus dieser Perspektive fast winzig.

An klaren Tagen reicht die Sicht weit über die umliegende Bergwelt hinaus.

Wenn du nur einen Aussichtspunkt besuchen möchtest, solltest du dennoch Flydalsjuvet und Dalsnibba miteinander kombinieren. Beide bieten völlig unterschiedliche Perspektiven.

Die berühmten Wasserfälle des Geirangerfjords

Zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten des Fjords gehören die zahlreichen Wasserfälle.

Besonders bekannt sind die „Sieben Schwestern“. Mehrere Wasserströme stürzen dabei nebeneinander die steilen Felswände hinunter und münden direkt im Fjord.

Am besten lassen sich die Wasserfälle vom Wasser aus beobachten. Erst während einer Fjordfahrt erkennt man die gewaltigen Dimensionen der Landschaft.

Vor allem im Frühsommer, wenn noch viel Schmelzwasser aus den Bergen kommt, sind die Wasserfälle besonders beeindruckend.

Eine meiner liebsten Entdeckungen in Geiranger – die Schokoladenmanufaktur am Hafen

Zwischen all den spektakulären Aussichtspunkten, Bergen und Wasserfällen gibt es in Geiranger auch einen Ort, der mir auf eine ganz andere Weise in Erinnerung geblieben ist.

Direkt unten am Hafen befindet sich eine kleine Schokoladenmanufaktur. Während viele Besucher sofort weiter zu den Booten oder Aussichtspunkten gehen, habe ich dort eine kleine Pause eingelegt.

Und ganz ehrlich: Es war eine der besten Entscheidungen des Tages.

Der heiße Kakao dort gehört für mich zu den besten, die ich bisher getrunken habe. Gerade wenn das Wetter typisch norwegisch ist und eine frische Brise vom Fjord herüberzieht, gibt es kaum etwas Besseres als einen heißen Kakao in den Händen zu halten und dabei auf die umliegenden Berge zu blicken.

Auch die handgemachte Schokolade ist hervorragend und eignet sich perfekt als kleines Mitbringsel oder einfach als Belohnung nach einer Wanderung.

Solche Orte machen für mich einen Reiseort oft erst richtig besonders. Nicht jede Erinnerung muss eine große Sehenswürdigkeit sein. Manchmal bleibt genau so ein kleiner Moment viel länger im Gedächtnis.

Mit dem Boot durch den Geirangerfjord

Wer Geiranger besucht, sollte den Fjord nicht nur von oben betrachten.

Eine Bootsfahrt gehört für mich zu den schönsten Erlebnissen der Region.

Vom Wasser aus wirken die Berge noch gewaltiger. Die Wasserfälle stürzen direkt neben dem Boot in den Fjord und die verlassenen Berghöfe scheinen förmlich an den Felsen zu kleben.

Erst während einer Fjordfahrt wird einem bewusst, unter welchen Bedingungen die Menschen hier früher gelebt haben.

Wandern rund um Geiranger

Auch Wanderfreunde kommen rund um Geiranger voll auf ihre Kosten.

Besonders beliebt sind Touren zum historischen Bergbauernhof Skageflå oder zum Storseterfossen, bei dem man hinter dem Wasserfall entlanglaufen kann.

Wer etwas mehr Zeit mitbringt, findet rund um den Fjord zahlreiche weitere Wanderwege mit spektakulären Ausblicken.

Gerade hier zeigt sich eine Seite von Geiranger, die viele Kreuzfahrttouristen nie zu Gesicht bekommen.

Geiranger mit Wohnmobil oder Dachzelt

Für Reisende mit Wohnmobil oder Dachzelt gehört Geiranger zu den absoluten Höhepunkten einer Norwegen-Reise.

Allerdings solltest du bedenken, dass die Straßen teilweise steil und kurvenreich sind. Gerade während der Hauptsaison kann es rund um den Ort recht voll werden.

Mein persönlicher Tipp:

Bleibe möglichst über Nacht.

Sobald die meisten Tagesgäste verschwunden sind, kehrt eine angenehme Ruhe ein. Genau dann zeigt sich Geiranger oft von seiner schönsten Seite.

Beste Reisezeit für Geiranger

Die beste Reisezeit liegt zwischen Mai und September.

Im Frühsommer führen die Wasserfälle besonders viel Wasser. Im Hochsommer sind die Tage am längsten und die Temperaturen meist angenehm.

Persönlich würde ich den Juni oder September bevorzugen. Dann ist die Landschaft besonders schön und man hat oft etwas mehr Ruhe als während der Hauptferienzeit.

Mein Fazit zu Geiranger

Geiranger gehört für mich ohne Zweifel zu den schönsten Orten Norwegens.

Natürlich ist der Ort längst kein Geheimtipp mehr. Gerade im Sommer kann es durchaus voll werden. Trotzdem hat Geiranger seinen besonderen Charme bewahrt.

Die Kombination aus Fjord, Bergen, Wasserfällen, spektakulären Aussichtspunkten und kleinen persönlichen Entdeckungen wie der Schokoladenmanufaktur macht diesen Ort zu etwas Besonderem.

Wenn du Norwegen bereist und nur einen Fjord besuchen möchtest, dann sollte Geiranger ganz weit oben auf deiner Liste stehen.

Für mich war Geiranger einer dieser Orte, bei denen man bereits während der Reise weiß, dass man irgendwann noch einmal zurückkehren möchte.


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